Elektromagnetische Verträglichkeit - gesetzliche Grundlagen

Ein wesentlicher Aspekt bei der Planung und beim Betrieb von Transformatorstationen und anderen elektrischen Betriebsräumen und Anlagen nach §1 26 BImSchV stellt der Schutz der Öffentlichkeit vor elektromagnetischen Feldern dar.

26. Bundesimmissionsschutzverordnung (Fassung vom 16.12.1996)

Die in der Energieversorgung und -verteilung üblichen technischen Frequenzen (siehe Anlage 1) werden nach §3 den Niederfrequenzanlagen zugeordnet.

Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen sind Niederfrequenzanlagen so zu errichten und zu betreiben, dass:

  • in Ihrem Einwirkungsbereich in Gebäuden und Grundstücken,
  • die nicht nur zum vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind,
  • bei höchster betrieblicher Anlagenauslastung (PBemessung Trafo; Delta T) und
  • unter Berücksichtigung anderer NF-Anlagen die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Nach Anlage 1 der 26. BImSchV sind folgende Grenzwerte maßgeblich

Niederfrequenzanlagen

Frequenz (f) in Hertz (Hz) Effektivwert der elektrischen Feldstärke, und magnetischen Flussdichte

elektrische Feldstärke in Kilovolt pro Meter (kV/m)
magnetische Flussdichte in Mikrotesla (µT)
50-Hz-Felder 5 100
162/3-Hz-Felder 10 300

Aus dem §4 ergeben sich Anforderungen zur Vorsorge:

»Zum Zwecke der Vorsorge haben bei der Errichtung oder wesentlichen Änderung von Niederfrequenzanlagen in der Nähe von Wohnungen, Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten, Spielplätzen oder ähnlichen Einrichtungen in diesen Gebäuden oder auf diesen Grundstücken die maximalen Effektivwerte der elektrischen Feldstärke und magnetischen Flussdichte den nach §3 zu entsprechen.«

Dabei wird unterschieden zwischen maßgeblichen und nicht maßgeblichen Immissionsorten. Als nicht maßgeblich werden Orte angesehen, die nur zum vorübergehenden Aufenthalt von Personen dienen, wobei hier die Dauer des Aufenthaltes maßgeblich ist. Im Gegensatz dazu verweilen an maßgeblichen Immissionsorten, entsprechend der bestimmungsgemäßen Nutzung, Personen regelmäßig mehrere Stunden.

Befindet sich im Umkreis von einem Meter um eine Netzstation (gemessen an der Außenwand) solch ein maßgeblicher Immissionsort, dann müssen die Messabstände zur Ermittlung des Feldes eingehalten werden.

In diesen Fällen müssen die Grenzwerte in festgelegten Abständen zur Wand (bundeslandabhängig) ermittelt werden. In bestimmten Gebäuden (Wohnräumen, Schulen, Kindergärten o.ä.) oder auf besteigbaren Flächen, Höhe < 1,3 m sind die Feldstärken direkt an den Wänden bzw. direkt auf dem Fußboden zu ermitteln.

Nach § 5 der 26. BImSchV gilt für die Ermittlung der Feldstärke und Flussdichtewerte folgendes:
»Soweit anwendbar, sind die Mess- und Berechnungsverfahren des Normenentwurfes VDE 0848 Teil 1, Ausgabe Mai 1995 einzusetzen. Messungen sind am Einwirkungsort mit der jeweils stärksten Exposition durchzuführen, an dem mit einem nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen gerechnet werden muss.«

§7 regelt für diese Fälle eine formalisierte Anzeigepflicht bei den Landratsämtern und die relevanten Fristen.

In §9 sind Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Anzeige nach §7 beschrieben. Die Verantwortung der Einhaltung der 26. BImSchV liegt beim Betreiber.